Wacholder-Räucherholz und Küchengewürz mit Heilwirkung

Zurück vom Wanderurlaub und den Rucksack voller duftender Bergkräuter, möchte ich euch heute den Alpen-Wacholder vorstellen, der mich in den Bergen inspiriert, aromatisiert und wie wild gestochen hat. Das ist wohl das Gemeine am Wacholder: Er verteidigt seine wertvollen Früchte gut und wer die blauen Beeren ernten will, braucht eine dicke Haut. Doch der in Maßen genossene, mächtige Wacholder schützt und verteidigt UNS genauso. Gerade im Herbst und Winter wird er gerne als Gewürz in der Küche verwendet. Sehr nützlich, denn er stärkt unsere Abwehrkräfte und gilt als kräftiges Heilkraut.

„Vor dem Holunder sollst du den Hut ziehen, vor dem Wacholder niederknien.“

Beschreibung des Wacholders

Der Gemeine Wacholder (=Echter Wacholder) ist ein Zypressengewächs, das als Strauch oder Baum bis zu 12 Meter hoch und bis zu 600 Jahre alt werden kann. Sein dichtes, immergrünes Nadelkleid ist spitz und stechend und verströmt einen angenehmen Geruch. Die schwarzblauen Wacholderbeeren sind eigentlich Beerenzapfen aus fleischigen Samenschuppen und brauchen ganze drei Jahre zum Reifen.

Der Alpen-Wacholder ist ein Verwandter des Echten Wacholders. Er bleibt sehr niedrig, meist nur bodendeckend, und kommt erst ab 1500 Meter Seehöhe vor. Seine Beeren werden aber in der Volksmedizin genauso verwendet.

Zuchtformen wie Säulenwacholder oder Kriechender Wacholder werden nicht für Heilzwecke verwendet.

Achtung: Eine Verwechslung mit dem Sadebaum, der stark giftig ist, ist möglich! Dieser hat ähnliche schwarzblaue Früchte, aber keine spitzen, wohlriechenden Nadeln, sondern schuppenförmige Blätter!

Wacholder als Küchengewürz

Die aromatischen Beeren des Wacholders sind ja in der Küche nicht weg zudenken. Gerne würze ich Wildgerichte und Ragout, Sauerkraut, Soßen und Gemüsesuppen mit den kleinen, kräftig-würzigen Beeren. Sie schmecken harzig und auch ein wenig süßlich und geben Gerichten eine besondere Note. Nebenbei machen sie die Speisen bekömmlicher und wirken appetitanregend.

Übrigens erhält auch der liebe Gin seine Würze von den Wacholderbeeren 😉

Wacholder als Räucherholz

Der Rauch des Wacholders wirkt reinigend und desinfizierend und wurde deshalb schon vor vielen Jahren zum Reinigen von Krankenzimmern und zum Schutz vor Ansteckung verwendet. Die Menschen im Mittelalter entfachten sogar große rauchende „Wacholderfeuer“, um die Pest zu bekämpfen und Keime abzutöten. Wacholder hilft uns, in Kontakt mit unseren Ahnen zu kommen, wirkt klärend und stärkend und unterstützt die Konzentration. Kurz gesagt: Er schützt, reinigt und entgiftet – körperlich wie auch seelisch.

Zum Räuchern verwendet man die Triebspitzen und die getrockneten, reifen Beeren.

Wirkstoffe und Wirkung des Wacholders

Die meisten heilwirksamen Inhaltsstoffe des Wacholders finden sich in den dunklen Beeren. Wer schon einmal eine frische Beere gekaut hat, kennt den unverwechselbaren Geschmack von Harz, Bitter- und Gerbstoffen sowie ätherischen Ölen und Invertzucker und das desinfizierende Gefühl im Mund.

Der Wacholder wirkt blutreinigend, harntreibend und entgiftend, hat stark entzündungshemmende Eigenschaften, stärkt das Immunsystem und beseitigt Magen-Darm-Störungen. Auch bei Rheuma zeigt er gute Wirkungen.

Wacholderbeeren- Kur

Pfarrer Kneipp empfiehlt zur Entschlackung und Blutreinigung folgende Kur: Am ersten Tag eine getrocknete Beere zerkauen und schlucken, jeden Tag kommt eine weitere Beere hinzu. Am 15. Tag werden 15 Beeren eingenommen und ab dem 16. Tag wird jeweils wieder eine Beere weniger gegessen. Nach 30 Tagen pausieren.

Wacholder- Tee

Ein Wacholder-Tee schmeckt sehr aromatisch und frisch. Ich mag dieses Aroma!

Zerquetsche 3-5 frische oder getrocknete Beeren, übergieße sie mit 200 ml heißem Wasser und lasse den Tee 10 Minuten zugedeckt ziehen. Der Tee wirkt stark harntreibend und hemmt Entzündungen der Harnwege. Weiters wird er zur Entschlackung und Blutreinigung, sowie bei Magen-Darmbeschwerden getrunken. Da es sich beim Wacholder um ein sehr mächtiges Heilkraut handelt, solltest du den Heiltee nur für kurze Zeit anwenden.

Menschen mit chronischen Nierenerkrankungen, Schwangere und Stillende sollten von Wacholderanwendungen absehen!

 

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