Quittenkäse – Fruchtgummi selbst gemacht

Als ich vor ein paar Tagen meine Freundin besuchte, fiel mir gleich ihr Quittenbaum auf, der über und über mit grünlich-gelben Früchten voll war. Die Äste bogen sich schon bis zum Boden und der Baum flüsterte mir zu, dass ich ihn doch bitte von ein paar Früchten erleichtern soll. Die Quitte ist kein Obst, in das man gleich hineinbeißen kann, denn roh ist sie sehr hart, pelzig und schmeckt bitter. Gekocht überzeugt sie allerdings mit einem einzigartigen Geschmack und erinnert mich an meine Kindheit. Schade, dass diese wunderbare Frucht schon fast in Vergessenheit geraten ist!

„Der Quittenbaum ist schlau. Gekocht ist seine Frucht dem Kranken und Gesunden bekömmlich.“ (Hildegard von Bingen)

Schon seit langer Zeit wird der aromatischen Quitte eine große Heilkraft zugeschrieben. Reich an Vitamin C und Mineralstoffen, enthält sie außerdem Schleim- und Gerbstoffe und der hohe Pektingehalt wirkt als Quellstoff und natürliches Geliermittel. Innerlich hilft sie bei gereizten Schleimhäuten (Halsentzündung, Reizhusten, Entzündungen der Magen- und Darmschleimhaut,..) und in der Kosmetik wird sie gerne bei trockener, rissiger Haut oder Ekzemen eingesetzt.

In meinem heutigen Beitrag zeige ich dir eine wohlschmeckende Alternative zu den gekauften Gummibären. Die Zubereitung ist zwar etwas zeitaufwendig, da diese köstliche Nascherei längere Zeit trocknen muss, aber das Warten lohnt sich!

Im Grunde ist der Quittenkäse, auch Quittenbrot genannt, nichts anderes als Fruchtleder, also ein getrocknetes Mus aus Früchten.

Zutaten für den Quittenkäse:

  • 1,5 kg Quitten
  • 500 g Rohrzucker
  • 10 ganze Nelken
  • etwas Zimt und Kardamom gemahlen
  • 1 Bio-Zitrone
  • etwas Rum

Die Zutaten reichen für 2 Backbleche.

Zubereitung:

  1. Die Quitten unter fließendem Wasser abwaschen und den Pelz abreiben.
  2. Anschließend die ungeschälten Früchte in Würfel schneiden, dabei das Kerngehäuse, Blütenansätze und Stiele entfernen.
  3. Die geschnittenen Quitten in einen großen Topf geben und mit 250 ml Wasser aufgießen. Den Saft der Zitrone, Nelken und Zimt ebenfalls hinzugeben.
  4. Zugedeckt 30-45 Minuten köcheln lassen, bis die Quitten weich sind.
  5. Die Nelken entfernen und die Masse fein pürieren bzw. durch ein Sieb streichen (eventuell überschüssiges Wasser vorher abseihen).
  6. Nochmals 10 Minuten kochen lassen und dabei immer umrühren.
  7. Nun kommen Zucker, etwas Rum und Kardamom hinzu und das Quittenmus wird noch einmal so lange aufgekocht, bis der Brei dicklich wird und beim Rühren Spuren zieht. Vorsicht: Das heiße Mus spritzt und kann zu Verbrennungen führen!
  8. Jetzt wird das Quittenmus auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech gegossen. Je dünner es aufgetragen wird, umso besser lässt es sich hinterher einrollen.
  9. Die lange Trocknungszeit macht den Quittenkäse zu einem richtigen Slow Food. Bei mir dauerte das Trocknen bestimmt 3 Tage bei Raumtemperatur. Ganz Eilige können diese Zeit bei 60°C im Backofen verkürzen.
  10. Das Fruchtleder ist fertig, wenn die Masse eine leicht gummiartige, biegsame Konsistenz hat. Nicht zu weich und nicht zu fest, so dass du es einrollen kannst. Wer möchte, kann das Quittenbrot auch in Rauten oder Streifen schneiden und mit Staubzucker bestreuen.

Mmmm! Lasst euch den selbstgemachten Fruchtgummi schmecken!

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.