Hopfen- Nicht nur im Bier ein Genuss!

Alles wächst und sprießt, und bei meinen regelmäßigen Spaziergängen und Waldläufen entdecke ich jetzt im Frühling tagtäglich neue Pflanzen, die mich begeistern.

Jedes Jahr zu dieser Zeit freue ich mich schon auf die jungen Hopfentriebe, denn diese sind eine wahre Delikatesse!

HopfentriebeUm den Hopfen ranken sich viele Geschichten…

Der botanische Name Lupulus könnte sich vom lateinischen „lupus“ (Wolf) ableiten, denn die Schlingpflanze überfällt „wolfsartig“ andere Pflanzen, „beißt“ sich an ihnen fest, indem sie sich um Bäume und Sträucher schlängelt und überwächst schließlich unerbitterlich seine botanischen Nachbarn.

Heiß begehrt war der Hopfen bereits bei den Mönchen im Mittelalter. Sie bauten das Hanfgewächs in ihren Klostergärten an und entdeckten seine aromatischen und konservierenden Eigenschaften im Bier. Außerdem bemerkten sie eine beruhigende Wirkung nach dem Genuss von Hopfen und schätzten vermutlich auch seine Wirkung zur Unterdrückung der verwerflichen Fleischeslust.

Lebensraum und Lebensweise

Schlingpflanze Hopfen

Hopfen liebt feuchte, nährstoffreiche Böden, Auwälder und wächst gerne am Ufer von Bächen und Flüssen. Die einjährigen Triebe können bis zu 8 Meter lang werden und unvorstellbare 10 cm pro Tag wachsen! Sie schlingen sich um Bäume und Stauden und alles, was als Rankhilfe dient.

HopfenzapfenDie gegen Herbstanfang sichtbaren Blütenstände der weiblichen Pflanze werden Hopfenzapfen genannt. Die Blüten der männlichen Pflanze sind unscheinbar, klein und grünlich.

Heilwirkung

Medizinisch wirksame Stoffe wie Bitterstoffe (Humulon und Lupulon), Phythoöstrogene, Gerbstoffe und ätherische Öle sitzen in kleinen Drüsen in den Hopfenzapfen. Deren Anwendung bei  Unruhe, Nervosität, Angstzuständen und Schlafstörungen wurde bereits wissenschaftlich belegt.

Vermutet wird außerdem eine östrogene Wirkung des Hopfens. In der Volksmedizin wird er daher bei Perioden- und Wechseljahrbeschwerden eingesetzt.

Während der Schwangerschaft oder Stillzeit sollte man aber auf die Anwendung von Hopfenblüten verzichten: Hopfen hemmt die Milchbildung und kann daher zum Abstillen eingesetzt werden.

Bei Frauen soll Hopfen die Lust auf Liebe wecken, bei Männern wirkt er eher als pflanzliches An-Aphrodisiakum, also lustdämpfend.

Verwendung

Hopfen ist für die Herstellung des Gerstensafts unverzichtbar. Das in den Zapfen enthaltene Lupulin gibt dem Bier das herbe Aroma und sorgt für eine längere Haltbarkeit.

Die Blütenstände werden auch medizinisch angewendet in Tees, Tinkturen und diversen Fertigarzneimitteln zur Beruhigung und Schlafförderung.

Frühjahrstriebe

Jetzt im Frühling stehen allerdings die wohlschmeckenden Triebe im Vordergrund. Bei uns sind die jungen Reben ein begehrtes Wildgemüse. Geschmacklich erinnern sie an Spargel und ähnlich wie dieser werden sie auch zubereitet.

Nudeln mit Hopfentrieben

Für die Sauce brauchst du nur Knoblauch und Schinken anrösten, die Hopfentriebe hinzufügen, kurz dünsten lassen, mit Salz und Pfeffer würzen und schließlich mit Obers aufgießen…..Herrrrrlich!

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