Pech! – Welch ein Glück!

Ich liebe diesen typisch intensiven Geruch von Wald und Bäumen in unserem Haus! Fichtenharz duftet einfach betörend und schon die Zubereitung einer Harzsalbe ist eine Wohltat für die Geruchsnerven.

Gestern hatte ich bei einem Waldspaziergang großes Glück….denn ich fand Pech.

Um Fichtenharz oder Pech zu sammeln, braucht man nur ein wenig Geduld, ein kleines Messer, ein Glas zum Transportieren….und ein bisschen Glück.

Harz ist ein wahres Naturwunder, denn es hilft nicht nur Bäumen beim Versiegeln von Wunden, es entfaltet auch bei Mensch und Tier seine heilende Wirkung. Frisches Pech ist zäh und klebrig und findet sich überall dort, wo der Baum verletzt wurde. Vorsichtig kann dieses Harz entfernt werden, jedoch nur so viel, dass auch der Baum noch geschützt bleibt.

Das Pech hat eine ziehende und antimikrobielle Wirkung gegen Viren, Bakterien und Pilze und war früher die Notfallmedizin der Förster und Waldarbeiter. Hartes Fichtenharz wurde aber auch kurzerhand als Kaugummi und zum Reinigen der Zähne genutzt.

Älteres Baumharz verwendet man heute auch gerne zum Räuchern, denn beim Verräuchern lösen sich noch mehr aromatische Inhaltsstoffe. Außerdem wirkt es reinigend und desinfizierend.

 

Aus meinem frisch gesammelten Harz zaubere ich heute eine heilsame Pechsalbe. Dafür lasse ich Baumharz in Olivenöl für einige Stunden im Wasserbad köcheln (Ich verwende dafür eine alte Konservendose). Wenn das Harz geschmolzen ist, wird das Ölgemisch durch ein Sieb von den Rindenteilen, Nadeln und Insekten getrennt. Mit Bienenwachs bekommt die Salbe dann ihre nötige Konsistenz.

Die Pechsalbe kommt bei Verletzungen, Abschürfungen, Schnittwunden, rissiger Haut, Wundheilungsstörungen, Hautpilzen, bei eingezogenem Schiefer und Nagelbettentzündungen, aber auch bei rheumatischen Beschwerden zum Einsatz. Als Erkältungsbalsam angewendet und auf die Brust aufgetragen, helfen die ätherischen Öle, dass man wieder besser durchatmen kann.

Übrigens: Pech ist nicht wasserlöslich, daher lässt es sich auch nicht mit Wasser abwaschen. Aber zum Glück ist es fettlöslich und mit ein paar Tropfen Öl lässt es sich mühelos entfernen! 🙂

2 Kommentare auch kommentieren

  1. Manuela Weiss sagt:

    Wie macht man Pech Salbe? Ich selber mache auch einige Salben selber mit gutem erfolg.

    1. Sandra Reichör sagt:

      Liebe Manuela! Für meine Pechsalbe brauche ich nur drei Zutaten: Zuerst schmelze ich das Harz im Olivenöl, dann werden 100ml von diesem Gemisch mit 10g Bienenwachs verrührt. Gutes Gelingen!!

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